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KÄLTE
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Die Wintersonne hat eine Himmelsecke
unmerklich errötet,
und es bückt sich mit hängenden Mundwinkeln
der kröpfige Klosterknecht.
Doch zwecklos freut ihn die Sonne,
er trägt Lumpen und ist in Papier gekleidet,
seine eingefrorene Axt brennt schon
und die Bäume schlagen sich vor Kälte.
Er hat sie zu einer Schar gesammelt, pfeift den Küken zu,
aber er rutscht aus, ein Schnattern - „Du Dummchen“
gurrt die Pute ihm zu,
gänzlich errötet und blau vor Lachen.
Der Himmel ist auch rötlich-blau,
und er hastet von Ort zu Ort,
in den Pfarrersküchen ruft ihm der Junge
etwas mit angefetteten Lippen zu.
„Ich komme, ich komme!“ Er wäre überall hingegangen,
so viel Hunger leuchtet in diesen Augen,
und der Schnee auf den eingefrorenen Stiegen
quietscht mit unzähligen Ferkeln mit.
„Ich komme, ich komme!“ - er füllt einen Kübel
am Wasserhahn an einem bärtigen Wasserstrahl,
der sogleich den nächsten Zustand erreichend
schon voll ist, jedoch nicht mit Wasser,
sondern mit Eis allein, das klirrt am Zink
und durchsichtige Pfeile überkreuzen sich...
Und es ergibt ein traumhaftes Bild,
wenn man es durch ein Fenster betrachtet, nicht?
Doch bei der Kirche, zusammengekauert, klappert der Knecht,
mit den Zähnen, wimmert und heult,
ebendort, wo das Paradies beschrieben ist
mit vielen Palmen und unzähligen Psalmen.
© Valeri Petrov
© Anna Stajanowa, Übertragen ins Deutsche
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© E-magazine LiterNet, 18.03.2008, № 3 (100)
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